Das sogenannte Böse
Konrad Lorenz illustriert in seinem Buch „Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression“ mittels einer Vielzahl von bildhaften Beschreibungen von aggressivem Verhalten im Tierreich, wie die Aggressivität des Menschen zu verstehen ist. Nach Lorenz sind dem Menschen (wie auch jedem Tier) überlebenswichtige Triebe angeboren, u.a. der Aggressiontrieb, der zur Aufgabe die Selbstverteidigung, die Nahrungsmittelrevierverteidigung und die Ausbildung von Hierarchien hat. Wie bereits erwähnt, basiert seine Argumentationslinie auf vielen Beispielen im Naturreich, vor allem auf Beobachtungen seinerseits von aggressivem Verhalten bei Fischen (Korallenfische lebend im Habitat und/oder im Aquarium) und verschiedenen Arten von Gänsen.
Da Lorenz die Aggression zwischen den Menschen untersucht, geht er im Besonderen auf die intraspezifische Aggression (Aggression innerhalb der Art) ein. Hier skizziert er einerseits die blutigen Kämpfe zwischen zwei Fischen gleicher Art, als auch die „ritualisierte Form“ von Aggression intraspezifischer Natur. Letzteres dient dem Sinn der Arterhaltung, da ein Zurschaustellen der Aggression, d.h. Drohgebärden, um seinen Standpunkt seinem Gegenüber klar zu machen, meist ausreicht und ein tätlicher Kampf nicht vonnöten ist. Würden solche Kämpfe tatsächlich immer blutig verlaufen, würde sich die Art selbst vernichten und dies wäre wider der Natur. Mit dieser Evolution haben sich verschiedene Formen von Mechanismen entwickelt ohne tätlicher Aggression seinen Platz bzw. sein Revier definieren zu können: Hier sind z.B. Duftmarkierungen oder auch bei der Paarungssuche das prachtvolle Haarkleid von Vögeln zu nennen.
Mittels induktiver Forschungsmethode schließt Lorenz von der Verhaltenslehre im Tierreich auf das Aggressionspotential des Menschen, das er auch beim Homo sapiens den Trieben zuschreibt. Er ermahnt den Leser rein den behavioristischen Ansatz als Erklärungsmodell herzunehmen und gibt u.a. das Beispiel der „non-frustration children“ an. [In Amerika wurde der Versuch gemacht, Kinder vor jeglicher Enttäuschung und Ermahnung zu schützen. Indem sie eine "schöne Umgebung" vorgelebt bekamen, sollte ihr aggressives Verhalten nahezu bei Null liegen. Die Kinder legten jedoch ein äußerst freches Verhalten an den Tag und die Erziehungsmethode war gegen den Erwartungen nicht aggressionsmindernd sondern eher -fördernd.] Die Lösung für eine Minderung der Aggression zwischen der Menschen liegt also nicht in der Umgebung, die sie erzieht, sondern liegt im Menschen selbst. Ist er erst bereit – und hiermit verteidigt Lorenz 1963 massiv den Darwinismus und die Verhaltensforschung – sich seiner selbst in dem Sinn bewußt zu werden, dass er von Trieben geleitet ist, wird er auch fähig sein, den Aggressionstrieb seiner Vernunft zu unterstellen. Da lt. Lorenz Aggression mit dem „psychohydraulischen Instinktmodell“ zu erklären ist, d.h. das „Becken“ füllt sich solange auf, bis es übergeht und eine Entladung (zeigen von Aggression) notwenig ist, sind Sport und andere Abreagierungstätigkeiten Mittel um Aggression zwischen Menschen zu vermeiden.
Lorenz erklärt somit, dass wenn der Mensch fähig ist, seine Aggression zu kontrollieren und sich selbstständig rechtzeitig abreagiert, besteht die Möglichkeit die Menschheit wesentlich zu verbessern, mit anderen Worten: Lorenz gab mit diesem Buch vielen Menschen Hoffnung, dass sie nicht in ihrer Umgebung, an der sie nichts ändern können, gefangen sind und damit ihr aggressives Verhalten nicht lenken können, sondern, dass sie frei in ihrem Verhalten sind und es mit genügend Verständnis individuell beherrschbar ist.
Lorenz, Konrad. Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression. Dtv, 1998. ISBN-13: 978-3423330176. (Text bezieht sich auf eine ältere Ausgabe des Buches aus dem Jahre 1985.)
III – Geschichte der griechischen Mythologie
Es folgen Geschichten über Halbgötter…
Ödipus
Laios (Sohn von Harmonia, Tochter von Ares und Aphrodite, und dem Menschen Kadmos, Sohn von Agenor aus Palästina) wurde vorausgesagt, dass sein Sohn ihn umbringen und die eigene Mutter heiraten werde, und so wurde Laios’ Sohn Ödipus ausgesetzt. Ödipus wurde von einem Hirten erzogen und als er alt genug war, traf er – ohne sein Wissen – seinen eigenen Vater und tötete ihn bei einer Streitigkeit über unklare Vorfahrtsregeln auf der Straße. Daraufhin zog Ödipus nach Theben und befreite diese von dem menschenfressenden Ungeheuer Sphinx, nachdem er ihr Rätsel gelöst hatte: „Was geht erst auf vier, dann auf zwei, dann auf drei Beinen?“ Nach der Befreiung heiratete er die Königin namens Jokaste, welche seine eigene Mutter war.
Als in der Stadt die Pest ausbrach fragte Ödipus das Delphische Orakel um Rat, welches ihm anriet den Mörder Laios zu vertreiben. Der blinde und zweigeschlechtliche Teiresias eröffnete ihm, dass er selbst der Mörder seines Vaters war und er mit seiner Mutter Verkehr führte. Ödipus war außer sich und stach sich mit einer Nadel in die Augen, sodass er erblindete.
Herkules
Herkules entstand aus einer Liebschaft zwischen Zeus und Alkmene (Tochter vom König von Mykene) und wurde bekannt durch seine zwölf mühsamen Arbeiten. Den Rest des Beitrags lesen »
„Unsere Erde“ – der Film
Wer fragt sich bei diesen Bildern noch nach dem Sinn des Lebens? Nur eine einzige Naturgewalt, ein einziges Mal gesehen zu haben, ist Grund genug hier zu sein; wenn wir uns nur fesseln lassen, von „unserer Erde“…
Das Video in besserer Qualität und mehr Informationen zu finden auf der Homepage.
Anatomie der menschlichen Destruktivität
Theorie und Kritik an Lorenz
Das Buch „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ von Erich Fromm ist einerseits eine Antwort auf Lorenz’ Buch „Das sogenannte Böse. Zur Naturgeschichte der Aggression“ und andererseits eine Diskussion über die Destruktivität des Menschen, welche nur diesem Wesen und keinem anderen inne ist. Fromm widerspricht Lorenz, einem Natur- und Triebforscher, dass seine populär-wissenschaftliche Veröffentlichung zwar vielen Menschen eine angenehme Antwort auf die Frage nach dem Bösen des Menschen bietet (nämlich, dass die Aggression durch einen sich ständig aufladenden Trieb, der sich im Endeffekt immer wieder entladen muss [zeigen von Aggression] geregelt und somit jedem Menschen angeboren ist), aber diese Erklärung auf keiner fundierten weder biologisch/evolutionär noch experimentell wissenschaftlichen Arbeit gegründet ist. [Ich kann in der Hinsicht nur zustimmen, da ich das Buch von Lorenz so eben bekommen habe und keine Literaturangaben darin zu finden sind. Weitere Analysen über Fromms Kritik erlaube ich mir erst nach Lesen des Buchs von Lorenz.]
Fromm versucht nicht nur Lorenz’ Idee mit Hilfe sämtlicher anderer Literatur theoretischer und praktischer Natur zu widerlegen, sondern erklärt sich auch nicht mit der behavioristischen Erklärung der Aggression, die gegenteilig zu den Triebforschern alle „Verhaltensweisen, [so auch die Aggression, als] angelernt [sieht, um sich] einen möglichst großen Vorteil zu erringen“ (Fromm, 61). Fromm geht bei der Begründung, warum er schließlich zur Psychoanalyse für die Erklärung der menschlichen Destruktivität greift, sehr gründlich vor. Er geht sogar soweit, die Gemeinsamkeiten von Trieblehre und Behaviorismus herauszufiltern: Den Rest des Beitrags lesen »
II – Geschichte der griechischen Mythologie
Aphrodite
Kommen wir zurück zu Aphrodite, die einst aus dem schaumigen Meer geboren wurde und Kind von Zeus war. Obwohl sie verheiratet war mit Hephaistos, konnte sie, ebenso wie ihr Vater, ihre Libido nur kaum im Zaum halten.
Kurzer Exkurs: Wer ist Hephaistos? Kronos (Sohn von Uranus und Mutter Erde, Gäa) hatte mit Rhea nicht nur Zeus als Kind sondern auch diese, die er einst verschluckte (siehe Geschichte der griechischen Mythologie – Teil 1), nämlich Hestia, Demeter, Hera, Hades und Poseidon. Hephaistos ist Sohn von Hera und ihrem Gatten Zeus, der auch (genau!) ihr Bruder war. Aus der Ehe entsprang auch noch Ares, der Kriegsgott und Hephaistos galt als Schmied.
Zurück zu Aphrodite: Sie verführte unter anderen Hephaistos Bruder Ares und mit Dionysos zeugte sie Priapus, dessen Genital so hässlich war wie der Rest seines Körpers und Antlitzes.
Sie teilte auch das Bett mit Sterblichen, wie z.B. Anchises und gebar Aeneas, der dadurch bekannt war, dass er als einziger Trojaner dem Inferno der Stadt entkam und Rom gründete. Und zu guter letzt erzähl ich noch von dem Verkehr mit Adonis, woraufhin Ares so wütend war, dass er diesen verwandelt als Eber zerrieß.
Hermes
Auch Atlas hat eine Tochter, nämlich Maia und ist Mutter von Hermes; und wie könnte es anders sein – Zeus ist der Vater, auch von Hermes. Hermes, der Götterbote, war hochbegabt, intelligent und daher auch bekannt durch seine Straffälligkeit. Er erfand das Alphabet, die Tonleiter, das Boxen und anderes und hatte zwei Söhne, die seine Begabungen zu gleichen Teilen erbten: Autolykus war Dieb und Daphnis Hirtendichter.
Hermes hatte auch ein Kind mit Aphrodite (seiner Schwester) und diese gebar Hermaphroditus – der Zweigeschlechtliche mit Frauenbrüsten.
Artemis
Hier müssen wir etwas weiter zurück gehen. Ich hoffe man erinnert sich an Kronos, der seinem Vater Uranus das Genital mit der Sichel abschlug. Kronos war ein Titane und hatte 11 Geschwister (also 12 Titanen). Zwei davon hießen Phoibe und Koios und diese zeugten Asteria und Leto. Leto und wer sonst außer Zeus machten dann Artemis und Apollon.
Artemis war anders als ihr Vater Zeus und ihre Halbschwester Aphrodite und bat um Jungfräulichkeit. So wurde sie mit Pfeil und Bogen die jungfräuliche Göttin der Jagd und wurde auch Diana oder Titania genannt (bekannt durch die Figur in Shakespeares Sommernachtstraum).
Hiermit beende ich meinen zweiten Teil der Kurzgeschichte von der Götterwelt und komme das nächste Mal zu den Halbgöttern.
Woher wissen Ameisen, was sie tun sollen?
Eine Kolonie besteht aus bis zu 10.000 Ameisen, welche alle um zu überleben aneinander gebunden sind, doch die Kommunikation und das Management in Ameisenkolonien ist bis heute noch ein Mysterium. Hier ein sehr intessantes Video zu diesem Thema, welches außerdem vorzüglich vorgetragen ist:
Serie: Besuch in Schönbrunn
Heute gibt es zwei Bilder von Reptilien. Beim nächsten Besuch werde ich die genauen Namen mitbringen… Das erste Bild zeigt eine Eidechse lauen Charakters und das zweite von heute eine Riesenschlange (wie gesagt, zoologischer Name folgt):

I – Geschichten der griechischen Mythologie
Pantheon – griechischer Götterhimmel
Die griechische Mythologie ist nichts anderes als eine Ansammlung von vielen Teilgeschichten einer großen Familiensaga (Schwanitz, S. 42). Alles begann mit der von Uranus begangenen Inzest mit seiner Mutter Gäa aus der die Zyklopen und die Titanen entsprangen. Nachdem Uranus die Zyklopen in den Tartarus schmetterte, gab Mutter Erde (Gäa) ihrem Jüngsten eine Sichel mit der er die Manneskraft seiner Vaters abschneiden sollte. Das Genital viel ins Meer und aus diesem wurde Aphrodite (die schaumgeborene Liebesgöttin) geboren.
So bestieg der Jüngste, Kronos, der seine Schwester Rhea heiratete, den Thron. Nachdem auch ihm das selbe Schicksal ereilen sollte, wie das seines Vaters, nämlich von seinen eigenen Kindern entthront zu werden, fraß er all seine Kinder auf. Nur eines brachte Rhea zu seinem Schutz auf die Insel Kreta, nämlich Zeus. Als Zeus erwachsen geworden war, schlich er sich zu seinem Vater und mischte Brechmittel in seinen Ouzo, woraufhin Kronos alle seine Kinder wieder ausspie. Die Folge waren lange Kriege zwischen Vater und Kinder und schließlich konnte die drei Söhne Zeus, Poseidon und Hades ihren Vater töten. Als auch die Titanen die Flucht ergriffen und ihr Anführer Atlas von da an als Strafe den Himmel tragen mußte, teilten sich die drei männlichen Kinder die Welt: Hades bekam die Unterwelt, Zeus das Land und Poseidon das Meer.
Athene
Zeus war nun der neue Herrscher über die Götter und er begann seine Regierung mit der Vergewaltigung der Titanin Metis. Und abermals wurde auch Zeus vorausgesagt, dass sein Kind ihn entthronen wurde und so verhielt sich Zeus nicht anders als seine Väter zuvor und schluckte Metis mit samt dem ungeborenen Kind. Nach einigen Monaten gebar er jedoch, nach einem Anfall von Kopfschmerzen, Athene (die Göttin der Weisheit) aus seinem Kopf.Dass Zeus nicht nur Kinder mit seiner Gattin Hera hatte, ist am Stammbaum der griechischen Götter sehr gut ersichtlich. Jedenfalls gibt es einige Geschichte über die Tricks Zeus’ um sich in das Bett einer anderen zu schleichen.
Dionysos
… war Sohn von Zeus und bekannt durch seine radikalen Charakter und berauschenden Feste. Überall wo er hinkam, machte sich eine manische Stimmung breit und so wurde die Tragödie nach Athen gebracht.
Die Büchse der Pandora
Der Bruder von Atlas, Prometheus, war der Schöpfer der Menschen. Er war es, der Zeus hinterging und den Menschen das Feuer brachte. Zeus erboßt durch diese Tat erschuf die schöne Frau Pandora, der er eine Büchse gab mit allen Plagen der Menschheit. Pandora wurde zu Prometheus’ Bruder Epimetheus geschickt aber Prometheus warnte ihn die Büchse zu öffnen. Als Strafe wurde Prometheus an einen Felsen gebunden und jeden Tag kamen zwei Adler und fraßen an seiner Leber. Prometheus wurde dadurch das Sinnbild des Lichtbringers und des Revolutionärs.
Schwanitz, Dietrich. Bildung. Alles was man wissen muß. Goldmann Verlag, 2002. S. 41-49. ISBN-13: 978-3442151479.
Die Merowinger oder die totale Familie
Es handelt sich bei dem Buch „Die Merowinger“ nicht um eine historische Abhandlung des Geschlechts der Merowinger, sondern um Childerich von Bartenbruch (kurz: Childerich III., den es tatsächlich gab. Er war der letzte vom Geschlecht der Merowinger, bis dieses von den Karolinger verdrängt wurde.), der die totale Familie darin findet, indem er sein eigener Großvater, Cousin, Onkel, Neffe, Vater, Schwiegervater als auch -sohn und so weiter werden möchte und auch wird. Um dieses Ziel zu erreichen, muss er unzähliger Male seine eigene Sippschaft heiraten und aufgrund seiner Potenz fehlt es auch nicht an Nachkommen. Humorvoll unterlegt wird sein Bestreben nach inzestiösen Familienglück unter anderem durch seine Wutausprüche, die von Dr. Horn mittels, man möge sagen, alternativer Therapien behandelt werden.
Doderers geniale und feine Sprache wird in dem Buch „Die Merowinger“, welches neben den Werken „Die Strudlhofstiege“, „Die Dämonen“ u.a. wie ein Nebenbüchlein Doderers im Bücherregal steht, mit rauem Humor durchzogen. Ein österreichischer Roman, der in jeder österreichischen Büchersammlung nicht fehlen darf.
von Doderer, Heimito. Die Merowinger oder die totale Familie. Dtv, 1990. ISBN-13: 978-3423113083.
Serie: Besuch in Schönbrunn
Da ich vor habe, mein Weihnachtsgeschenk in vollen Zügen zu genießen, sind hier die ersten Bilder meines Besuchs im Schönbrunner Tiergarten. Ich starte hiermit mit den Insekten: Ersteres eine Makroaufnahme von einem Insekt, dessen Namen ich noch herausfinden muss.

Und hier ein Schnappschuss von der zärtliche Paarung zweier Heuschrecken (wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese tatsächlich so zärtlich ist).
