Wortbeitrag

Rezensionen, Kommentare und Tee

Archiv für die Kategorie ‘Ich als Protagonist

Bodies

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Ich war vor kurzem in der Ausstellung „Bodies“ (Gasometer); kurz davor hatte ich herausgefunden, dass diese Ausstellung nicht das Original von Günther von Hagens, „Körperwelten“, ist, sondern eine Nachahmung – Organisator unbekannt. Einzig geklärt ist, dass die Ausstellung aus Amerika kommt und von eben dort organisiert wird. Wie auch immer, wollte ich sie mir dennoch ansehen… leider eine Enttäuschung:

  1. Die Austellung fehlt es an Struktur. Die Ausstellungsstücke, ob ganzer Körper, oder auch einzelne Organe stehen im Raum ohne jeglichen Zusammenhang. Erklärungen auf kleinen Tafeln sind eher nach dem Motto „Medizin für Sensationsdummies“ aufgebaut…
    „Wußten Sie: Das Herz schlägt 80 Jahre lang immer gleichmäßig!“ Würde unser Herz tatsächlich immer gleichmäßig schlagen, wären uns Vergnügungen, wie ein Fortpflanzungsritual (welches wohl den Beitrag zur Existenz der Menschheit liefert) wohl untersagt.
  2. Die ausgestellten Präparate wirken „unmenschlicher“, also unechter, als die Präparate der Ausstellung Körperwelten. Manche Organe wirken überhaupt komplett nachgebildet. 
  3. Der medizinische Aspekt wird weder beleuchtet, noch näher erörtert. Laien sind bei dieser Art der Präsentation sehr verloren. Das Motto der Ausstellung „Fettleibigkeit, Raucher etc.“ existiert dezent angedeutet bei manchen Stücken, bringt aber keinen zum Nachdenken. Auch Krankheiten, wie eben Fettleibigkeit, Lungenkrebs etc., sind kaum erklärt, es fehlen jegliche Ursachenuntersuchungen und Erklärungen zur Verbindung vom Handeln der Leute und den selbstzerstörerischen Konsequenzen. Das Motto geht somit verloren und ist irrelevant in der Ausstellung selbst. 
  4. Die Ausstellung ist sehr schnell abgegangen. Der Eintrittspreis in Höhe von €20,- ist viel zu hoch gegriffen und nicht gerechtfertigt.

Bodies ist eine Ausstellung, die in jeglicher Hinsicht eine Ausstellung unbekannter Herkunft ist. Keine Informationen über den Erschaffer der Exposition. Die ausgestellten Präparate sind ausschließlich Asiaten; klarer Weise steht angeschrieben, dass sich die Personen freiwillig bereiterklärt haben ihren Körper für diese Ausstellung präparieren zu lassen, dennoch begleitet einem beim Durchgehen ein suspektes Gefühl, ein Fehlen dieser Freiwilligkeit.

Meine Empfehlung: Warten bis das Original „Körperwelten“ wieder in Wien stattfindet.

Links zu den Homepages: Bodies, Körperwelten

Geschrieben von blanque

Samstag, 26 April 2008 um 19:10

Arbeitswelt

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Endlich komme ich dazu ein paar Worte zu schreiben und in Kürze meine Artikel über die griechische Mythologie zu verbessern und neue zu verfassen. Aber vorweg, die Begründung: Die Arbeitswelt hat mich nun doch erwischt. Nun, diesmal wurde das Maß der zwanzig Stunden pro Woche überschritten – ein Maß, das einem viel kostet. Die noch verbleibende Zeit der Woche, verbringt man entweder mit ausruhen und ausschnaufen oder mit Dingen, die erledigt werden müssen. Wenig ist da noch Lust und Zeit für etwaiges Freizeitprogramm, welches ich noch vor drei Monaten doch sehr intensiv gelebt hatte.

Tragisch finde ich nur, dass mich die Arbeitswelt zwar hat, aber sie mich gerade einmal 34 Stunden vereinnahmt. Was wird wohl in einem halben Jahr sein, sechzig,…, siebzig Stunden unentwegt ein Büro; die dann noch verbleibenden Stunden verbringe ich dann wirklich nur mehr mit Putzen, Aufräumen und dem Ruhegrant, der Grant, den man sich leisten kann, weil man jetzt Ruhe hat, haben den man hat, weil man weiß, wie kurz diese ist. Wer wünscht sich das? Kein Schwein – also, warum? Die wirtschaftlich treibenden Kräfte bedingen ein Aussaugen vom Faktor Mensch? Na klar, aber wieso? Wir haben die Wirtschaft in der Hand, wir sind diejenigen, die den Knopf vor der Nase haben und ihn abschalten könnten, wann immer wir wollten, und dennoch folgen wir hechelnd den Regeln der Wirtschaft, vergessen, dass wir sie selbst aufgestellt haben. Sicher, kommt jetzt die Frage, ob wir wirklich so leicht den Knopf drücken könnten oder nicht, ob nicht alles zusammenbrechen würden… Möglich, wahrscheinlich, aber nicht sicher! Wir haben nur Angst.

Mehr, wann immer ich wieder dazukomme. Gute Nacht.

Geschrieben von blanque

Sonntag, 13 April 2008 um 22:19

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Getaggt mit

Café Griensteidl

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Eine gute heiße Schokolade mit Schlag, ein Buch und vielleicht ein warmer Topfenstrudel,… wie gern habe ich beim Lesen die Gesellschaft, die mich nichts angeht und doch da ist. Das Café Griensteidl ist in letzter Zeit eine meiner Lieblingsleseecken und das nicht nur wegen der heißen Schokolade.

Das Café wurde 1846 gegründet und war im 19. Jahrhundert Treffpunkt vieler Persönlichkeiten, vor allem in literarischen Kreisen. Schnitzler, Altenberg, Bahr u.a., alles Vertreter des Schriftstellerkreises „Jung-Wien“, trafen sich am Michaelerplatz. Kurz vor der Jahrhundertwende wurde das Café geschlossen, erst 1990 an der gleiche Stelle wiedereröffnet und ist heute neben den Stammkunden hauptsächlich ein Touristencafé.

So mancher mag fürchten, dass es als Wiener ein Unangenehmes sei von Touristen geplagt seinen Kaffee schlürfen zu müssen, doch entsteht dieses Gefühl im Griensteidl nur all zu selten. Gerade ein Schmunzeln kommt mir auf die Lippen, wenn ich neben den alteingesessenen Wienern, ernst in der Presse oder dem Standard lesend, der Melange am Tisch und zu Mittag daneben die Sacherwürstel stehend, je nach Jahreszeit französisches Geplapper höre, oder den Schreck vieler Leuten im Augenwinkel sehe, die feststellen, wie teuer doch nicht ein Espresso sein kann oder den Niederländern anmerke, wie verwundert sie doch jedes Mal das einfach nicht lächeln wollende Gesicht der Wiener Kellner bestaunen. Man beobachte auch die Chinesen, die mit Chenglish und wildem Gestikulieren was auch immer bestellen möchten oder die Gruppen, von denen nur ein Mitglied der deutschen oder der englischen Sprache mächtig ist (und das meist nur gebrochen), und die restliche Gruppe starrt auf die stets in der Mitte sitzenden, leicht geröteten Person, die mit dem Kellner kommuniziert (…irgendwie halt). Nein, es wäre kein Café und es wäre nicht in Wien, ohne die ausländische Geräuschkulisse.

Aber ein großer Punkt, neben all dem Erwähnten, der heißen Schokolade, den Touristen (den nationalen und internationalen) und der großen Zeitungsauswahl, dieser Faktor, der mich immer öfter dorthin treibt für Tratsch und meine Leserei, ist die Tatsache, dass das ganze Lokal rauchfreie Zone ist. Nichts gegen eine gute Zigarre, einen frischen Zigarillo und auch der derben Zigarette sei der Platz gewährt, aber ich muss es einfach nicht haben, nach jedem Cafébesuch nach Hause zurückzukehren, im Vorzimmer mit verzogener Nase die Sachen von mir fallen lassen zu müssen und auch noch spät Abends in die Dusche zu hüpfen, weil meine Haare wie eine ausgeblasene Fackel riechen.

Also, Fazit, ein Hoch auf die globale rauchfreie Zone im Café Griensteidl, und natürlich die heißen Schokolade. Mehlspeisenliebhaber kommen übrigens dort auch nicht zu kurz. Und falls es wen interessiert oder es wer brauchen kann, die Öffnungszeiten sind täglich von 8.30 Uhr bis 23.30 Uhr.

Geschrieben von blanque

Donnerstag, 21 Februar 2008 um 20:50

Schwarze Nächte und schwarze Katzen

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Schwer liegt mein Körper im Bett. Ich spüre, wie meine Rundungen sich tief in die Matratze hineindrücken; mein Becken, mein Brustkorb pressen tiefe Mulden in das ungewohnte, weiche Bett. Meinen Kopf habe ich in zwei riesige Polster hineingelegt und ich spüre, wie der samtige Überzug meine Backen streichelt und rieche den frischen Geruch eines neu überzogenen Bettes. Ich bin so müde an dem Abend.

Noch vor einigen Stunden kam mir alles so bekannt vor. Jeden Tisch, jedes Glas, der Geruch von mütterlicher Liebe, alles erkannte ich wieder. Auswendig wusste ich nachwievor, wo ich nach Essen suchen musste, mit blinden Griffen zog ich ein Besteck aus der Lade hervor und setzte mich auf das bekannte Sofa, wie ich es oft früher tat. Nun liege ich im Bett, ich habe gerade ein Buch fertig gelesen, kurz ferngesehen und mich von dem Schnurren der schwarzen Katze beruhigen lassen.

Ich drehe das Licht ab, alle haben sich bereits auf ihren Schlafplatz gelegt und alle schlafen fest, nur ich nicht. Mir wird klar, dass mich alle Sinne bis jetzt betrogen haben, mir vorgegaukelt haben, wie bekannt doch alles ist; ein Organ jedoch, ist nun ehrlich zu mir und sagt, dass ich hier schon lange nicht mehr wohne, nicht schlafe und wie fremd doch alles geworden ist. Ich höre ein glucksen in der Heizung und stehe auf um sie abzudrehen, aber sie ist kalt. Aus dem Badezimmer, welches gegenüber von meinem Zimmer liegt, höre ich ein eigenartiges Tropfen. Und da, ein Ticken, ein Ticken – ich habe doch alle tickenden Uhren weggeräumt, ich bin es nicht gewohnt mit tickenden Uhren zu schlafen. Ich wälze mich im Bett und sage zu mir, einfach nicht auf die Geräusche zu hören und plötzlich merke ich, wie alles in mir erstarrt. Ein Knarren ist draußen zu hören, eindeutig, es waren zwei Schritte, aber keiner ist hier, nur ich und zwei Katzen und ihre Sanftpfötchen verursachen nur das Geräusch von Anpirschen. Ich bleibe diesmal im Bett, bewege mich nicht und kralle mich an der Bettdecke fest und nach fünf Minuten lasse ich mich wieder in die weiche Matratze sinken. Ich habe seit fünf Minuten nichts mehr gehört.

Stundenlang wälze ich mich hin und her, immer wieder erschrecke ich vor den geheimnisvollen Geräuschen, von denen ich nie gedacht habe, wie fremd sie mir geworden sind. Selten verging eine Nacht so langsam, wie die heutige und doch hat sie, irgendwann, den Morgen erreicht. Sie schwindet von meinem Fenster, der Tag lässt Licht in mein Zimmer und endlich, endlich kann ich schlafen. Ich drehe mich auf den Rücken, strecke meinen verkrampften Rücken von der Nacht aus, lasse mich verwöhnen von der weichen Decke. Die schwarze Katze hat sich wieder zu mir gesellt und tastet mit ihren Pfötchen den Überzug ab. Endlich fühle ich mich sicher, endlich kann ich meine Sinne wieder kombinieren und muss mich nicht nur auf mein Hören konzentrieren und dann, abermals ein Geräusch, dass ich nicht mit meinen Augen zuordnen kann, nichts bewegt sich, die Katze ist aufgestanden und schaut aus dem Fenster, nichts hätte ein Geräusch machen können, aber doch ist es deutlich zu hören. Ich rapple mich auf, falle aus dem Bett, ziehe mir schnell was an und renne hinunter, denn es hat an der Tür geläutet.

Geschrieben von blanque

Donnerstag, 7 Februar 2008 um 13:42

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Musik und Blogschreiben

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Ich höre Lounge-Musik. Sie begleitet mich oft während ich schreibe. Jeder Mensch hat seine eigene Musik, die seine Sprache unterstützt, es ihm leichter macht zu schreiben. Die Finger tippen dann ganz von alleine, schnell und zügig, so als wenn ich den Text schon längst durchdacht, jedes Wort schon längst bestimmt hätte. Hab ich das tatsächlich? Oder tippen sie wirklich ganz von alleine…?

Es gibt Musik, die spricht mit der Sprache, sie erleichtert mir das Schreiben ungemein und sie ermöglicht es mir an nichts anderes zu denken, als an meinen Versuch etwas niederzuschreiben. Meine Musikrichtungen, um die Gedanken spielender in Worte zu kleiden, sind Lounge, Jazz oder Klassik. Ich weiß nicht warum, auch bin ich nicht damit groß geworden, weder gewohnt (nagut mittlerweile schon), noch absichtlich angewöhnt. Es fiel mir eines Tages auf, und ich denke, dass viele Menschen die gleiche Musik brauchen, um flüssiger zu schreiben. Musikrichtungen als Konzentrationsspritze,…, sozusagen.

Auf der anderen Seite gibt es aber auch die Störenfriede; diese Musikrichtungen machen einen regelrecht wahnsinnig und bei bestem Willen kann ich mich dann nicht konzentrieren. Grob zusammengefasst ist das bei mir die Musik, die im Radio dahinklempert (…seit Jahren immer das Gleiche). Kaum höre ich die Klänge von diesen Massensendestationen, bin ich genervt; als ob jeder Note mir eine Schups geben möchte, damit ich ja nicht auf meinem Stuhl sitzen bleiben kann ( – das soll nicht unbedingt heißen, dass sie mich zum Tanzen animieren).

Meine Finger, mein Geist, brauchen eben Jazz; keine Liedtexte, die vor Kreativitätsmangel strotzen, keine fünfzig wiederkehrenden Takte, die kaum eine Oktav ausfüllen. Aber wie gesagt, jede braucht seine eigenen begleitenden Noten zum verbalisieren seiner Gedanken.

Geschrieben von blanque

Sonntag, 3 Februar 2008 um 22:17

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Warum Tee?

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Ein ganzes Jahr habe ich es versucht…, ein ganzes Jahr. Kaffee schmeckt mir einfach nicht. Er riecht gut, sieht schmackhaft aus und selbst jemandem einen Kuss zu geben, der gerade Kaffee getrunken hat, erinnert einen an eine frische kubanische Zigarre. Viele Sorten habe ich ausprobiert, und auch viele Zubereitungsarten (wobei „ein Latte“ meines Erachtens wohl kaum mehr den Namen „Kaffee“ tragen darf) – aber dennoch, dieser bittere Abgang, der meinen Gesichtausdruck bei noch so großer Zurückhaltung zu einer Grimasse verzerren lässt.

Und dann Tee…, ich liebe Tee. All die Sorten schmecken so unterschiedlich. Und sie können eines bei mir bewirken, dass kein Kaffee bis jetzt geschafft hat – eine kuschelige, warme und geborgene Atmosphäre. Durch Irish Breakfast, weiß ich das Morgen ist, durch Früchte, dass ich putze, durch Assam, dass ich mir heute was anderes gönne und durch Rooibos, dass es Abend wird und ich ein Buch lese oder wie jetzt einen Artikel schreibe.

Die Kaffeetrinker, die Mischtrinker und die Teetrinker – ich bin letzteres und nun macht es mir auch nichts mehr aus; mag Kaffee noch so gut riechen, so bleibt er mir nur als Geruch eine Wonne und nicht als Getränk.

Geschrieben von blanque

Freitag, 25 Januar 2008 um 16:59

Veröffentlicht in Ich als Protagonist, Tee