Bodies
Ich war vor kurzem in der Ausstellung „Bodies“ (Gasometer); kurz davor hatte ich herausgefunden, dass diese Ausstellung nicht das Original von Günther von Hagens, „Körperwelten“, ist, sondern eine Nachahmung – Organisator unbekannt. Einzig geklärt ist, dass die Ausstellung aus Amerika kommt und von eben dort organisiert wird. Wie auch immer, wollte ich sie mir dennoch ansehen… leider eine Enttäuschung:
- Die Austellung fehlt es an Struktur. Die Ausstellungsstücke, ob ganzer Körper, oder auch einzelne Organe stehen im Raum ohne jeglichen Zusammenhang. Erklärungen auf kleinen Tafeln sind eher nach dem Motto „Medizin für Sensationsdummies“ aufgebaut…
„Wußten Sie: Das Herz schlägt 80 Jahre lang immer gleichmäßig!“ Würde unser Herz tatsächlich immer gleichmäßig schlagen, wären uns Vergnügungen, wie ein Fortpflanzungsritual (welches wohl den Beitrag zur Existenz der Menschheit liefert) wohl untersagt. - Die ausgestellten Präparate wirken „unmenschlicher“, also unechter, als die Präparate der Ausstellung Körperwelten. Manche Organe wirken überhaupt komplett nachgebildet.
- Der medizinische Aspekt wird weder beleuchtet, noch näher erörtert. Laien sind bei dieser Art der Präsentation sehr verloren. Das Motto der Ausstellung „Fettleibigkeit, Raucher etc.“ existiert dezent angedeutet bei manchen Stücken, bringt aber keinen zum Nachdenken. Auch Krankheiten, wie eben Fettleibigkeit, Lungenkrebs etc., sind kaum erklärt, es fehlen jegliche Ursachenuntersuchungen und Erklärungen zur Verbindung vom Handeln der Leute und den selbstzerstörerischen Konsequenzen. Das Motto geht somit verloren und ist irrelevant in der Ausstellung selbst.
- Die Ausstellung ist sehr schnell abgegangen. Der Eintrittspreis in Höhe von €20,- ist viel zu hoch gegriffen und nicht gerechtfertigt.
Bodies ist eine Ausstellung, die in jeglicher Hinsicht eine Ausstellung unbekannter Herkunft ist. Keine Informationen über den Erschaffer der Exposition. Die ausgestellten Präparate sind ausschließlich Asiaten; klarer Weise steht angeschrieben, dass sich die Personen freiwillig bereiterklärt haben ihren Körper für diese Ausstellung präparieren zu lassen, dennoch begleitet einem beim Durchgehen ein suspektes Gefühl, ein Fehlen dieser Freiwilligkeit.
Meine Empfehlung: Warten bis das Original „Körperwelten“ wieder in Wien stattfindet.
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