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Holzfällen

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Ein nicht sonderlich erfolgreicher Schriftsteller sitzt auf einem Ohrensessel bei einem künstlerischen Abendessen, zu dem er nicht erscheinen wollte, aber dennoch gekommen ist und lässt sitzend in diesem Ohrensessel nicht nur die Ereignisse der letzten Tage Revue passieren, wie der Umstand des Todesfalls einer lang nicht gesehenen, aber dennoch stark gemochten Freundin, das Ja-Sagen zu dieser Einladung zum künstlerischen Abendessen verursacht hat, sondern erinnert sich auch an die Zeit zu der er diese Freundin noch gut kannte, und an ihre als auch damals seine Gesellschaft, die sie umgab. Während dieses Abendessen nicht beginnen kann, weil alle auf einen Burgschauspieler warten, der viel zu spät nach seiner Vorstellung im Burgtheater ankommt, lästert der Schriftsteller unablässig über die Verlogenheit und Dekadenz der Wiener Künstlergesellschaft. Er debattiert mit sich selbst, wie lange er doch dieser ignoranten Gesellschaft entkommen ist und nun mit einem Schlag wieder die verhassten Gesichter, die hochmütigen Nasen, falsch und voller Heuchelei, ertragen muss, und mit welcher Taktik er wieder in diese, nämlich eben diese Gesellschaft, hineingesogen wurde. Bei all dem Mokieren über die Künstlergesellschaft, beginnt er sich selbst zu verachten, denn er war und ist nun wieder Teil von ihr, und anstatt geradlinig ihr den Rücken zu kehren, führte ihn seine eigene Verlogenheit an diesem Abend zu der Einladung, zu dem künstlerischen Abendessen. So richtet er das widerwärtig abstoßende Gefühl nicht nur gegen sie, die Gesellschaft, sondern auch gegen sich selbst; eine Tatsache, die eine magenumdrehende Wirkung erzeugen muss.

Der Künstler kommt schließlich, lässt seine Gefallsucht befriedigen und beherrscht jedes notwendige Detail, um den gegebene Schleim wieder retour mit gekonntem Charme zurückzuschmieren. Doch eine der Anwesenden greift den Burgschauspieler an und er rutscht plötzlich in eine ehrliche Welt ab und sagt allen gehörig die Meinung, bis alle wieder da enden, wo sie bereits seit Jahren sind, die Welt in der die Knollen höher getragen werden, selbst wenn es dort oben nichts zu riechen gibt. Alle gehen, verabschieden sich und auch der Schriftsteller vollführt seinen Part gekonnt, trotz anschließendem Übelsein.

Das Buch liest sich trotz seiner langen Sätze, fehlenden Absätze und nicht existenten Kapiteln flüssig und direkt. Das Buch ist eine Verteilung von Watschen an genau jene Künstlergesellschaft, die sich bei Veröffentlichung des Buches angesprochen und angegriffen fühlten, mit sprachlicher Direktheit und doch mit der gleichen feinen Ignoranz, die diese Gesellschaft aufopfernd lebt.

Wie auch immer, muss ich sagen, dass mich das Buch gelangweilt hat. Die Klagen selbst, scheinen eben genau die gleiche langweilige Leere zu haben, wie die heuchlerische Welt aus vielen Luftblasen, aus der diese Gesellschaft bestand und besteht.

Geschrieben von blanque

Sonntag, 16 März 2008 um 22:18

Veröffentlicht in Bücher, Rezensionen, Romane

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