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Schwarze Nächte und schwarze Katzen

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Schwer liegt mein Körper im Bett. Ich spüre, wie meine Rundungen sich tief in die Matratze hineindrücken; mein Becken, mein Brustkorb pressen tiefe Mulden in das ungewohnte, weiche Bett. Meinen Kopf habe ich in zwei riesige Polster hineingelegt und ich spüre, wie der samtige Überzug meine Backen streichelt und rieche den frischen Geruch eines neu überzogenen Bettes. Ich bin so müde an dem Abend.

Noch vor einigen Stunden kam mir alles so bekannt vor. Jeden Tisch, jedes Glas, der Geruch von mütterlicher Liebe, alles erkannte ich wieder. Auswendig wusste ich nachwievor, wo ich nach Essen suchen musste, mit blinden Griffen zog ich ein Besteck aus der Lade hervor und setzte mich auf das bekannte Sofa, wie ich es oft früher tat. Nun liege ich im Bett, ich habe gerade ein Buch fertig gelesen, kurz ferngesehen und mich von dem Schnurren der schwarzen Katze beruhigen lassen.

Ich drehe das Licht ab, alle haben sich bereits auf ihren Schlafplatz gelegt und alle schlafen fest, nur ich nicht. Mir wird klar, dass mich alle Sinne bis jetzt betrogen haben, mir vorgegaukelt haben, wie bekannt doch alles ist; ein Organ jedoch, ist nun ehrlich zu mir und sagt, dass ich hier schon lange nicht mehr wohne, nicht schlafe und wie fremd doch alles geworden ist. Ich höre ein glucksen in der Heizung und stehe auf um sie abzudrehen, aber sie ist kalt. Aus dem Badezimmer, welches gegenüber von meinem Zimmer liegt, höre ich ein eigenartiges Tropfen. Und da, ein Ticken, ein Ticken – ich habe doch alle tickenden Uhren weggeräumt, ich bin es nicht gewohnt mit tickenden Uhren zu schlafen. Ich wälze mich im Bett und sage zu mir, einfach nicht auf die Geräusche zu hören und plötzlich merke ich, wie alles in mir erstarrt. Ein Knarren ist draußen zu hören, eindeutig, es waren zwei Schritte, aber keiner ist hier, nur ich und zwei Katzen und ihre Sanftpfötchen verursachen nur das Geräusch von Anpirschen. Ich bleibe diesmal im Bett, bewege mich nicht und kralle mich an der Bettdecke fest und nach fünf Minuten lasse ich mich wieder in die weiche Matratze sinken. Ich habe seit fünf Minuten nichts mehr gehört.

Stundenlang wälze ich mich hin und her, immer wieder erschrecke ich vor den geheimnisvollen Geräuschen, von denen ich nie gedacht habe, wie fremd sie mir geworden sind. Selten verging eine Nacht so langsam, wie die heutige und doch hat sie, irgendwann, den Morgen erreicht. Sie schwindet von meinem Fenster, der Tag lässt Licht in mein Zimmer und endlich, endlich kann ich schlafen. Ich drehe mich auf den Rücken, strecke meinen verkrampften Rücken von der Nacht aus, lasse mich verwöhnen von der weichen Decke. Die schwarze Katze hat sich wieder zu mir gesellt und tastet mit ihren Pfötchen den Überzug ab. Endlich fühle ich mich sicher, endlich kann ich meine Sinne wieder kombinieren und muss mich nicht nur auf mein Hören konzentrieren und dann, abermals ein Geräusch, dass ich nicht mit meinen Augen zuordnen kann, nichts bewegt sich, die Katze ist aufgestanden und schaut aus dem Fenster, nichts hätte ein Geräusch machen können, aber doch ist es deutlich zu hören. Ich rapple mich auf, falle aus dem Bett, ziehe mir schnell was an und renne hinunter, denn es hat an der Tür geläutet.

Geschrieben von blanque

Donnerstag, 7 Februar 2008 um 13:42

Veröffentlicht in Ich als Protagonist

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