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Fromms Beispiel Adolf Hitler

mit 6 Kommentaren

Die Lebensgeschichte Adolf Hitlers

Ohne den genauen Inhalt von Fromms Buch wiederzugeben, so doch ein paar Eckpfeiler aus seinem Leben. Die Quellen, die Fromm herangezogen hat sind:

  • B.F. Smith (1967): Adolf Hitler, His Family, Childhood and Youth,
  • W. Maser (1971): Adolf Hitler, Legende, Mythos, Wirklichkeit,
  • A. Kubizek (1953): Adolf Hitler, Mein Jugendfreund,
  • A. Hitler (1925/26): Mein Kampf.

Hitlers Eltern Alois und Klara

Alois Hitler, geboren als uneheliches Kind mit dem Namen Schicklgruber (nach seiner Mutter), gelangte mittels eigener Kraft und Disziplin zu Erfolg als Beamter im österreich-ungarischen Zolldienst. Schließlich stieg er zur Stellung eines Oberoffizials auf und erlangte so trotz bäuerlicher Herkunft zu einer angesehenen Stellung im Bürgertum. Er war ein sparsamer Mann und genoss es stets mehrere Frauen (sexuell) zu lieben und hatte Interesse an der Bienenzucht. Er war zwar streng in seiner Erziehung (was zu dieser Zeit nicht unüblich war), aber keineswegs ein Tyrann (wie er oft dargestellt wird) und war im Großen und Ganzen einer der das Leben genoss, aber das mit Disziplin.

Klara Hitler, Alois’ Nichte und Frau, war eine freundliche und liebenswürdige Person, die immer mit vorzüglichster Genauigkeit den Haushalt führte. Sie war zwar gekennzeichnet durch die Schicksalsschläge (sie verlor Geschwister und ihre eigenen Kinder aufgrund deren schwachen Konstitution), kümmerte sich jedoch immer behutsam um die Kinder aus erste Ehe Alois’ und ihre eigenen.

Hitler als Kind

Adolf genoss bis zu seinem fünften Lebensjahr die volle Liebe seiner Mutter und durfte alles was er wollte. Im Kleinkindalter zeigte er, dass er die Mutter beherrschte, indem er mit Wutanfällen alles bekam, was er wollte. Als Adolf fünf war, bekam er einen Bruder, und wie zu erwarten, ist dies für alle Kinder, die zuerst alleine die Mutterliebe haben, immer eine Veränderung, wenn sie diese plötzlich teilen müssen. Hitler war jedoch lt. Quellen nicht eifersüchtig auf seinen Bruder und freute sich sogar auf ihn. Außerdem war zu diesem Zeitpunkt sein Vater ein Jahr lang in Linz und die Familie blieb wegen des Neugeborenen in Passau. Hitler konnte so tagtäglich mit seinen Freunden Kriegsspiele führen und genoss seine Freiheiten in dem Jahr als sein Bruder geboren wurde.

Eine größere Veränderung muss der Umzug nach Hafeld bei Lambach gewesen sein, als sein Vater in Ruhestand ging. Adolf kam ins Schulalter und lernte erstmals Disziplin und Freiheitseinengung kennen. Täglich ging er zu Fuß in die Dorfschule in Fischlam bei Hafeld, wo er sich (zumindest wirkte es so) gut einfügte und gute Noten schrieb. Nachwievor waren für Hitler die Soldatenspiele, in denen er seine Freunde neue Taktiken erklären konnte, äußerst wichtig und waren zu dem Zeitpunkt die Abwechslung zu seinem disziplinierten Schulleben geworden.

Die Familie zog ein weiteres mal um, nachdem der älteste Sohn zum Ärger von Alois Hitler die Familie mit vierzehn verließ, und zwar nach Lambach. Adolf ging nun in die Volksschule in Lambach und abermals scheint es, dass Adolf Auseinandersetzungen mit seinem mürrischen Vater zu vermieden wusste und in seine Kampfspiele flüchtete. 1898, ein weiterer Umzug nach Leonding bei Linz – Alois Hitler fühlte sich wohl in seiner neuen Umgebung und Adolf viel die Volksschule leicht und schien gut mit seiner Fähigkeit sich anzupassen und so ein genügendes Maß an Freiheit zu erhalten zurechtzukommen.

Hitler als Jugendlicher

Adolfs Volksschulleistungen sollten nicht bleiben. Die Disziplin, die er als Kind gezeigt hatte, reichte nun nicht mehr aus, um dementsprechend seine Freiheit dafür zu bekommen. Sein Vater wollte, dass er ein Staatsbeamter wurde, was völlig gegen die Vorstellungen von Adolf war, der Künstler werden wollte. Seine Noten sanken drastisch, sodass er gleich das erste Jahr wiederholen und nach drei Jahren die Schule wechseln musste und sein demonstratives Verhalten, dass er die Realschule missbilligte ging sogar soweit, dass er im betrunkenen Zustand sein Zeugnis als Toilettenpapier (durch 2 Quellen bestätigt) benutzte. [Die Aussage Fromms, dass er so seinen ganzen Hass kundgab, ist meiner Meinung nach übertrieben. Hitler war jung, in der Pubertät und betrunken. Wäre aus Hitler nicht der Mann geworden, der er wurde, hätte man diese Handlung wohl als "Jugendunsinn" betrachtet.]

Zu berücksichtigen ist jedoch eine gravierende Tatsache: Hitler war in den ländlichen Volksschulen intelligenter als der Durchschnitt und wusste mit seiner angeborenen Rhetorik, die Kinder zu überzeugen und zu lenken. Es war für ihn somit keine große Mühe die guten Noten zu halten. In der Realschule in Linz und später dann in der Staatsoberrealschule in Steyr war er einem anderen, besser gebildeten Publikum ausgesetzt. Seine soziale Herkunft war nicht abgehobener, als die der anderen Schüler; er hätte sich somit tatsächlich anstrengen müssen, was ihm einfach nicht die Mühe wert war, noch dazu wurde sein Wunsch Künstler zu werden nicht akzeptiert.

Bis jetzt, könnte man sagen, war Hitler ein etwas überpubertierender Junge, der einfach keine Lust hatte, dass zu tun, was ihm angesagt wurde. In einer Hinsicht unterschied er sich jedoch maßgeblich von den anderen Jungen: Nachwievor waren die Kriegsspiele, in denen er das Kommando vorgab, seine Welt, in die er sich immer mehr zurückzog und für ihn auch Mittelpunkt seines jungen Lebens war. Diese Spiele sind für einen Jungen im Alter von um zehn Jahren durchaus normal, jedoch in der Oberrealschule sehr ungewöhnlich (siehe Fromm, 430). Scheinbar konnte nur so Hitler seinen narzisstischen Charakter bestätigt sehen, nachdem er sonst scheiterte. Die zweite Welt in der er sich „versteckte“ waren die Karl Mai Bücher, die er bis zu seinem Ende gern gelesen hat.

Der Tod seines Vaters mit vierzehn Jahren, schien ihn nicht sehr mitzunehmen. In „Mein Kampf“ beschrieb Hitler, dass sein tyrannischer Vater die Schuld am Versagen in der Schule hatte; jedoch war er weder befreit, noch glücklich, dass sein Vater gestorben war. Meiner Meinung nach, ist dies nicht unüblich für Kinder, die keine innige Beziehung mit ihren Eltern haben. Einerseits geht ihnen der nun fehlende Elternteil nicht ab, andererseits freuen sie sich auch nicht besonders; Alois war doch sein Vater und aus der Lebensgeschichte herauszusehen, war er zwar streng, aber nie unfair oder brutal.

Zwei Punkte gehören hier herausgehoben: Erstens war Hitler von klein auf verwöhnt. Seine Mutter erledigte seine Sachen (Kleider etc.) bis ins Studentenalter; des Weiteren war seine Mutter ihm nicht gewachsen, und Adolf wusste sie zu lenken. Vom Charakter her, war er ein narzisstischer Typ mit einer außergewöhnlichen Rhetorik, der sich weder in der Schule noch im Elternhaus bestätigt sah und nur in seiner eigenen Welt die Umschmeichelungen erhielt, wie bspw. in den Kampfspielen. Zweitens, war Hitler (wie noch später zu lesen sein wird) weder geneigt sich weiterzubilden, noch sich unnötig anzustrengen und er lernte nicht Verantwortung zu übernehmen (oder er wollte es nicht lernen).

Die Jahre in Wien (1907-13) und München (bis 1918)

In Wien hatte er den Wunsch ein großer Maler oder Architekt zu werden, scheiterte aber unentwegt irgendwo aufgenommen zu werden. Hitler hat nie die Schuld am Versagen bei sich gesucht, sondern lebte die Jahre ziellos dahin und hielt sich mit Unterhaltszahlungen von seiner Mutter über Wasser, bis er schließlich kein Geld mehr hatte und 1909 im Obdachlosenasyl landete. Seine Situation besserte sich, nachdem er den Landstreicher Hanisch kennenlernte und sich mit kleinen Zeichnungen, die sie verkauften und sich die Ausbeute teilten, und sich so einen Platz im Männerheim verschaffte. Dort konnte er abermals seinem Narzissmus entsprechend leben, denn sein Charakter wurde trotz des tiefen Abstiegs, den er hinter sich hatte, nie gebrochen. (Ich meine damit, dass Hitler, obwohl er als Unterstandsloser unterwegs war, nicht einsah, dass Disziplin und Bildung ihn aus dieser Misere heraushelfen hätte können.) Er bekam seine Zuhörerschaft zurück, Leute, die ihm, wie im Kindesalter, intellektuell nicht überlegen waren.

Nachdem er auch in München nicht auf die Kunstakademie zugelassen wurde und seine Verkäufe mit den kleinen Malereien in Deutschland auch nicht zu gut liefen, war der erste Weltkrieg für Hitler, wie der Wink des Himmels. Adolf Hitler war ein pflichtbewusster Soldat und genoss die Achtung seiner Vorgesetzten. Er fand endlich das Element in dem er gut war. Dementsprechend bildete sich sein Hass an alle, die Schuld daran waren, dass der Krieg beendet wurde. Der Sieg der Revolutionäre und noch schlimmer die jüdischen Anführer des Münchener Putsches waren die Gesichter seines Rachfeldzugs, der nur dadurch befriedigt werden konnte, in dem alle vernichtet werden würden. Hier begann lt. Fromm die Destruktivität Hitlers eine klare Gestalt anzunehmen – Adolf Hitler wusste nun sein Leben zu erfüllen gepaart mit seinem rhetorischen und strategischen Talent.

Interpretation

Fromm nahm das Beispiel Adolf Hitler her, um seine Theorie des Charakters und der Destruktivität des Menschen zu bestätigen (siehe hierzu Artikel „Anatomie der menschlichen Destruktivität“ im Besonderen „Fromms Arten der Aggression“). In folgenden Punkten gebe ich ihm recht:

  1. Hitler hatte einen angeborenen außergewöhnlich ausgeprägten narzisstischen Charakter. Seine Beziehung zu anderen Menschen, so auch zu seiner Familie, war insoweit begrenzt, als sie ihn bestätigten; d.h. er hat zu keinem (und auch später in seinen Beziehungen zu Frauen) ein liebevolles, freundschaftliches Verhältnis aufgebaut. Hitlers Freunde, wie Kubizek sein Jugendfreund in Wien, schrieben später in Büchern, dass Freundschaft mit Hitler immer mit Bewunderung seiner Person verbunden war.
  2. Er war ein gelangweilter Mensch, der nicht wusste, wie er sich Unterhaltung suchen sollte; erst nachdem ihn alles in den Weg gelegt wurde (durch den ersten Weltkrieg), steigerte er sich in seinen Hass hinein. [Ich füge hier noch hinzu, dass Hitler stets mit außergewöhnlich kindischem Trotz reagierte, wenn man ihm seine Lebensunterhaltung wegnahm, so wie die Kriegsspiele in seiner Kindheit und Jugend. Hitler war zwar älter, verhielt sich aber nach dem ersten Weltkrieg keineswegs erwachsener. Er baute Gräuel gegen diejenigen auf, die ihm seine Kriegsspielereien wegnahmen.]
  3. Fromm beschrieb in seinem Buch, dass Menschen nach Orientierung streben. Je stärker Dinge, Ideen oder andere Menschen fähig sind, ihnen diese zu geben, desto mehr lassen sie sich von der Idee oder dem Menschen beherrschen, da sie ihnen Führung geben. Hitler war ein außergewöhnlicher Rhetoriker. Hitler war fähig, vielen Orientierungslosen einen Weg zu geben. Dies war der Grund (lt. Fromm), warum so viele Menschen sich Hitler angeschlossen haben, oder zumindest ihm nicht widersprachen. [Meine Zugabe: Hitlers Rhetorik war nicht nur gekennzeichnet durch eine starke Überzeugungskraft, sondern auch in der Härte seiner Aussagen. Er gab den Revolutionären und den Putschanhängern nicht nur die Schuld und war wütend auf sie; er sagte offen, man solle sie alle vernichten (und dies war noch einer der harmlosesten Aussprüche und Ideen Hitlers). Er sagte alles mit solcher Überzeugungskraft und harter Grausamkeit, dass Menschen davon fasziniert waren, mit welcher Klarlinigkeit er sein Ziel verfolgte.]
  4. Nebenbei bemerkt, verbarg Hitler sein Fehlen an Bildung, indem er sämtliche Sachen, die er aufschnappte, als Zitate wiedergab. Viele Quellen bestätigen, dass Hitler ein hervorragendes Gedächtnis besaß und bspw. Verse aus der Bibel wortgenau zitieren konnte.
  5. Sein Narzissmus konnte später als er an die Macht kam, nur insofern befriedigt werden, dass für jeder seiner Niederlagen „Hekatomben“ von Menschen (Fromm, 449) sterben mussten.

Kritik

Ließt man Hitlers Biografie und sieht man seine eigene Gesellschaft an, so ist man eigentlich verwundert, dass es nicht mehr „Hitlers“ auf der Welt gibt. Seine Kindheit und Jugend, hiermit meine ich jetzt rein seine Umgebung, die er miterlebte, waren nicht ungewöhnlich für ein Kind zu dieser Zeit und auch noch heute. Strenge Väter gab es und gibt es zuhauf; verwöhnte Kinder, die plötzlich in eine Disziplin erfordernde Umgebung kommen, gibt es noch mehr und Protesthandlungen von Kindern in der Pubertät sind auch nichts neues. Einzig seine Liebe zu Kriegsspielen ist auffallend, doch auch diese könnte man als ein „ungewöhnliches Hobby“ beschwichtigen.

Das Fromm Hitler als Beispiel herangezogen hat ist bei der Betrachtung von Hitlers Lebenslauf überraschend. Keine großen Traumas und eigentlich auch keine ungewöhnliche Kindheit. Selbst der Charakter von Hitler, dass er eine gelangweilte Persönlichkeit war, die keinerlei Ziele verfolgte, ist nicht einzigartig oder ungewöhnlich bei Jugendlichen. Das Hitler zwar ein destruktives Wesen hatte, will und kann ich nicht bestreiten, aber ich möchte hier noch zwei weitere Punkte erarbeiten, die ich als zu wenig erörtert in Fromms Buch empfinde.

Erstens war Hitlers ein Typ, der den widerstandslosesten Weg suchte, d.h. er passte sich nur insoweit an, wie es nötig war, um die eigentlich dominierende Hälfte in seinem Ich befriedigen zu können. Im Kindheitsalter war dies mit wenig Aufwand noch möglich. Je älter er wurde und je weniger seine Noten für sein wahres Ziel zählten, desto weniger war er daran interessiert, irgendwelche Leistungen zu bringen. Und wie er es gewohnt war, reagierte er mit Trotz, indem er alles kategorisch ablehnte, ohne seine Optionen zu erörtern. Auch im ersten Weltkrieg wird der Anpassungstyp abermals bestätigt, indem er mit äußerster Gehorsamkeit sich sein Lob erkaufte.

Der zweite Punkt, der aus Fromms Buch deutlich herausgelesen werden kann, ist, dass Adolf Hitler stets den anderen die Schuld gab. Sein Buch „Mein Kampf“ ist nicht nur Propagandamaterial, sondern auch eine Beschuldigung an all jene, die sein Leben verändert haben. Sein Vater war Schuld, dass er in der Schule nicht gut war, die Universitäten, weil sie sein Talent nicht sahen, die Bettler, weil sie ihm im Weg lagen, die Juden, die Revolutionäre, die Völker etc.. Hitler entwickelte sich nie, nicht seine Persönlichkeit und nicht seinen Intellekt. Es wirkt als ob seine Bildung nie über die Karl Mai Bücher hinaus ging und sich nur zum Überleben das notwendige Wissen aneignete (wie das Aufsagen von Zitaten um in Gesellschaft gebildet zu wirken). Ohne Bildung, war er nie fähig, sich selbst als Person zu betrachten und sich Fehler einzugestehen.

Hinzuzufügen ist hier noch, dass Hitler nie bei Angriffen, Ermordungen oder andere grausamen Anordnungen, die er gab, dabei war. Er hat zwar Bilder davon gesehen, hielt sich aber von den wirklichen Ereignissen fern. Er sorgte somit auch dafür, dass er nie mit seinen Entscheidungen, die er traf konfrontiert wurde. Sondern betrachtete immer nur das Nachhinein und konnte so die Toten selbst beschuldigen. (Fromm, 451)

Ich möchte hier zwei Thesen aufstellen, wobei die eine Fromm bestätigt und die andere nicht:

Ersten These: Die geschichtlichen Umstände (erster Weltkrieg etc.) ermöglichten es ihm (genauer lt. Fromm seinem Charakter), sich soweit zu entfalten, dass ein „Hitler“ zu dieser Zeit entstehen konnte und das (momentan) sämtliche Menschen mit ähnlichen Charakterzügen gar nicht die Möglichkeit haben, ihre Fähigkeit, eine enorme Destruktivität zu entwickeln, zu offenbaren. D.h. Hitlers Charakter suchte seinen Weg durch das Leben, bis er endlich sich völlig frei entfalten konnte. Die historischen Umstände ermöglichten es Hitlers charakterlich destruktive Potenz vollkommen auszuleben.

Zweite These: Der angeborene Teil des Menschen (Fromm sieht nur den Charakter in seinen Eigenschaften als mitgegeben) ist doch wesentlich stärker, als der Einfluss seiner Umgebung. Hitler hatte keine wesentlichen Traumas in seiner Kindheit, und auch keine unliebevolle Mutter, dennoch nahm er die erste Gelegenheit (Ende ersten Weltkrieg) war, einen maßlosen Hass gegen alle Widersetzer zu entwickeln – ein Rachefeldzug, wie man ihn aus Moby Dick kennt. Hitler hätte in jedem Fall sich seiner Destruktivität hingegeben und sich, wenn nicht im Krieg, anderwärtig grausamen Taten getätigt. Für diese These spricht, dass Hitler von klein auf sich nie einer echten Freundlichkeit hingegeben hat, obwohl er keine so schlimme Umgebung hatte und sich durchaus Liebe, Zuneigung und Freundschaft hätte holen können. Kindheiten anderer Menschen enthalten wesentlich drastischere Ereignisse und dennoch entwickeln sich diese Kinder nicht zu schwer destruktiven Charakteren. Der angeborene Teil im Menschen muss daher wesentlich stärker ausgeprägt sein, als nach Fromms Theorie.

Ich sehe mich nicht befähigt zu urteilen, ob erste oder zweite These am Beispiel Hitlers bestätigt wird. Beide liefern gute Argumente und es bedarf eine weiteren Diskussion, um vielleicht sich einer These anzunähern.

Fromm, Erich. Anatomie der menschlichen Destruktivität. Rowohlt Tb., 2006. ISBN-13: 978-3499170522.

6 Antworten

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  1. Ich habe das Buch Fromms gerade gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. Ich finde die Darstellung in diesem Beitrag sehr gelungen. Ich würde allerdings der zweiten These nicht zustimmen weil:
    1. Die Aussage, dass Hitler auf jeden Fall grausame Taten ins seinem Leben begangen hätte, scheint mir nicht plausibel. Auf jeden Fall müsste man besser differenzieren, was mit „grausamen Taten“ gemeint ist.
    2. Der Vergleich mit anderen Biographien greift meines Erachtens zu kurz. Auch Hitlers extrem destruktive Charaktereigenschaften haben sich im Laufe seiner „Sozialisation“ erst allmählich entwickelt, wie Fromm plausibel darlegt. Ausserdem ist er natürlich auch ein Extrembeispiel, das sich aus praktischen Gründen – und glücklicherweise – nicht viel häufiger findet. Allerdings betrifft dies meines Erachtens vor allem das – globale – Ausmaß seiner Entscheidungen, nicht die prinzipiellen Charaktereigenschaften.

    Hans

    Freitag, 1 Februar 2008 um 12:09

  2. Danke für Deinen Kommentar. Der Begriff „grausame Taten“ ist sicherlich vage und bedarf einer genaueren Definition. Dennoch ist es kaum oder nicht möglich herauszufinden, welche Taten Hitler begangen hätte, wenn er nicht „Der Führer“ geworden wäre.
    Ich stimme zu, dass Hitler (so auch die anderen Charakterbeispiele in Fromms Buch, wie Himmler, Stalin u.a.) ein Extrembeispiel ist und seine Entscheidungen erdumfassende Konsequenzen gehabt haben. Dies kommt zwar in der menschlichen Geschichte der Sozialanthropologie öfters, aber dennoch selten vor. Hitler ist daher ein außergewöhnliches Beispiel. Dennoch, fürchte ich, würden mehrere Charakterbeispiele den Rahmen des Buches sprengen, allein schon deswegen, weil Hitler und seine Taten, zumindest grob, nicht unbekannt sind und andere, nicht so populäre Personen eine viel längere Erklärung in Bezug auf ihr Leben, Charaktereigenschaften, Taten etc. bedürften.

    blanque

    Sonntag, 3 Februar 2008 um 19:23

  3. Auf jedem Fall sind der grenzenlose Narzismus Hitlers und diese Zeitgeist (nach dem 1. Weltkrieg) die Ursachen davon, dass er (Hitler) sich auf massloser Weise geleistet hat, sich völlig auszuleben ‘. Ohne Rücksicht.
    Nie hat Hitler sich die Mühe gemacht, seine zerstörlichen Taten – der Gemeinschaft zu Günste – besser anzuwenden.

    Fredl

    Freitag, 29 August 2008 um 12:13

  4. Auf jedem Fall sind der grenzenlose Narzismus Hitlers und diese Zeitgeist ( nach dem 1. Weltkrieg ) die Ursachen davon, dass er ( Hitler ) sich massloser Weise geleistet hat, sich ‘völlig auszuleben’. Ohne jene Rücksicht ( wegen seines kindischen Verhaltens ). Nie hat er ( Hitler ) sich die Mühe gemacht, die destruktiven Seiten seines Charakters – die Gesellschaft zugünste – zu bessern.

    Fredl

    Freitag, 29 August 2008 um 12:20

  5. Dieser shit hier hat mir das Leben gerettet hätte ich das net gefunden wär ich in der Schule aufgeschmissen gewesen also vielen dank an den typen der so viel langeweile hatte und das alles ins i-net gestellt hat :D MfG der alik

    Liane

    Freitag, 7 November 2008 um 15:04

  6. aLso ich woLLte schon immer hitLers lebenslauf wissen mich hat hitLer immer schon intereesiiert .. er waR ein richtig böser Mensch i bin sehr froh das es seltener solchige menschen gibt

    biLge

    Mittwoch, 21 Januar 2009 um 19:26


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