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Rezensionen, Kommentare und Tee

Liebesleben

mit 2 Kommentaren

Liebesleben von Zeruya ShalevDas Buch besticht auf der eine Seite durch seine langen Verkettungen an Gedanken, die nicht selten überraschend und durch lauter Nebensächlichkeiten hervorgerufen werden. Genau diese Launen im Kopf Ja’aras (die Hauptfigur im Buch) sind es, die einen bis zum Ende des Buches mitziehen. Nicht also die Geschichte oder die doch allesamt unsympathischen Charaktere sind diejenigen, die mich an das Buch band, sondern die Verknotungen und die Spekulationen in die Ja’ara während ihrer Erzählung gerät. Gedanken, die ebenso lang sind wie die Sätze und Sätze die keinen Punkt finden trotz so vieler unterschiedlicher Gedanken führen den Leser in eine neue Welt des Schreibens. Kein schweres Vokabular, sondern die Gabe den Überblick zu behalten trotz Notiz jeder kleinsten Kleinigkeit. Es ist eine fließende, wenn auch sehr weibliche Sprache, die kaum einen ach so belanglosen Eindruck ausläßt.

Ja’ara ist eine verheirete Frau, der die Langeweile in ihrem Leben zu viel wird, nicht nur aufgrund ihres nicht allzu tempramentvollen, jedoch liebenswerten Mannes, sondern auch weil in ihr tief verborgen die Schicksale ihre Familiengeschichte schlummern, die es noch zu verarbeiten gilt. Aus diesem Grund stürzt sie sich in eine Beziehung mit dem egozentrischen Freund ihres Vaters, der ihr in jeder Hinsicht überlegen ist oder zu sein scheint. Er besitzt sie emotional und auch praktisch, indem sie ihr bisheriges Leben liegen lässt um sich mit seinen sexuellen Wünschen und seiner verborgenen Vergangenheit zu konfrontieren…

Shalev, Zeruya. Liebesleben. Bvt Berliner Taschenbuch Verlag, 2004. ISBN-13: 978-3833300820.

Geschrieben von blanque

Freitag, 28 Dezember 2007 um 15:55

Veröffentlicht in Bücher, Rezensionen, Romane

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2 Antworten

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  1. Ich habe das Buch letztes Jahr gelesen, in etwa um die selbe Zeit. Ich war in der Beurteilung sehr gespalten, zum einen habe ich es als quälend empfunden, daß ich als Leser die Hoffnungslosigkeit der Beziehung erkannte und das selbstzerstörerische Handeln von Ja´ara nicht nachvollziehen konnte, zum anderen war es natürlich faszinierend, das Thema „Hörigkeit“ so eindringlich und unter die Haut gehend dargestellt zu bekommen.

    Ein schwieriges Buch, in jeder Hinsicht.

    reziprok

    Montag, 31 Dezember 2007 um 7:03

  2. Diese Gespaltenheit von der Du sprichst, verstehe ich sehr gut. Ich habe das mit dem Ausdruck „unsympathische Charaktere“ verbunden. Manchmal nervt das Buch sogar, wegen der (so glaubt man zumindest) Dummheiten die vor allem Ja’ara macht und die Personen wirken sehr fremd; aber dennoch: es ist kein Buch, dass man weglegt.

    Blanca

    Donnerstag, 3 Januar 2008 um 19:09


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