Wortbeitrag

Rezensionen, Kommentare und Tee

Archiv für Dezember 2007

Liebesleben

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Liebesleben von Zeruya ShalevDas Buch besticht auf der eine Seite durch seine langen Verkettungen an Gedanken, die nicht selten überraschend und durch lauter Nebensächlichkeiten hervorgerufen werden. Genau diese Launen im Kopf Ja’aras (die Hauptfigur im Buch) sind es, die einen bis zum Ende des Buches mitziehen. Nicht also die Geschichte oder die doch allesamt unsympathischen Charaktere sind diejenigen, die mich an das Buch band, sondern die Verknotungen und die Spekulationen in die Ja’ara während ihrer Erzählung gerät. Gedanken, die ebenso lang sind wie die Sätze und Sätze die keinen Punkt finden trotz so vieler unterschiedlicher Gedanken führen den Leser in eine neue Welt des Schreibens. Kein schweres Vokabular, sondern die Gabe den Überblick zu behalten trotz Notiz jeder kleinsten Kleinigkeit. Es ist eine fließende, wenn auch sehr weibliche Sprache, die kaum einen ach so belanglosen Eindruck ausläßt.

Ja’ara ist eine verheirete Frau, der die Langeweile in ihrem Leben zu viel wird, nicht nur aufgrund ihres nicht allzu tempramentvollen, jedoch liebenswerten Mannes, sondern auch weil in ihr tief verborgen die Schicksale ihre Familiengeschichte schlummern, die es noch zu verarbeiten gilt. Aus diesem Grund stürzt sie sich in eine Beziehung mit dem egozentrischen Freund ihres Vaters, der ihr in jeder Hinsicht überlegen ist oder zu sein scheint. Er besitzt sie emotional und auch praktisch, indem sie ihr bisheriges Leben liegen lässt um sich mit seinen sexuellen Wünschen und seiner verborgenen Vergangenheit zu konfrontieren…

Shalev, Zeruya. Liebesleben. Bvt Berliner Taschenbuch Verlag, 2004. ISBN-13: 978-3833300820.

Geschrieben von blanque

Freitag, 28 Dezember 2007 um 15:55

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Stammbaum griechische Götter

mit 3 Kommentaren

Nach langer Suche habe ich nun endlich einen verständlichen Stammbaum der griechischen Götter gefunden und in Kürze folgt ein Artikel über die relevantesten Geschichten der griechischen Mythologie:

Stammbaum griechische Götter

Geschichten über griechische Götter und Halbgötter sind in folgenden Beiträgen zu finden:

  1. Geschichte der griechischen Mythologie (Teil I): Pantheon, Büchse der Pandora, Dionysos, Athene, Zeus, Atlas u.a.,
  2. Geschichte der griechischen Mythologie (Teil II): Aphrodite, Hermes, Artemis u.a.,
  3. Geschichte der griechischen Mythologie (Teil III): Ödipus, Herkules, Minotaurus, Labyrinth u.a..

Geschrieben von blanque

Samstag, 22 Dezember 2007 um 20:20

Opernball

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Opernball von Joseph HaslingerPlötzlich kommt Blausäure durch die Lüftungsschächte von der Hofburg; tausende Menschen sterben, darunter die gesamte Regierungsspitze. Haslingers Buch beschreibt einen der am meisten gefürchteten Vorfälle in Wien, eben einen Anschlag auf den Opernball.

Als ich das Buch las, hatte ich einen großen Nachteil: Ich hatte den Film vor kurzem gesehen. Bis jetzt war es noch nie so enttäuschend ein Buch zu lesen dessen Fakten ich bereits kannte. Der Grund für das ernüchternde Lesen lag nicht an der Geschichte selbst oder am Schreibstil, sondern mehr daran, wie das Buch aufgebaut ist. Die Kapiteln sind unterteilt in Interviewgespräche, so als wenn eine Kassette nach der anderen vorgespielt werden würde. So erzählt einmal die Hauptfigur selbst über seine Kriegsreportagen und seinen Sorgen mit seinem Sohn, einmal entfaltet der Ingenieur seine abstrusen Erlebnisse mit dem Geringsten und dann plaudert mal der Polizeiinspektor von seinen Erfahrungen im Dienst. Hätte ich den Inhalt nicht gekannt, wäre ich sicher neugierig gewesen auf den nächsten Teil vom Ingenieur und wann spricht endlich wieder der Polizeidirektor…

Aber so, muss ich sagen, habe ich mir das Buch ziemlich „verhaut“. Naja, nein, so ganz schlimm war es auch nicht – es sind noch einige neue Geschichten im Buch versteckt, die im Film nicht vorkamen oder die abgeändert wurden. Wie auch immer hat das Buch auf jeden Fall meine Empfehlung, so auch der Film, aber vielleicht vorher das Buch lesen.

Haslinger, Josef. Opernball. Fischer, 2001. ISBN-13: 978-3596135912.

Geschrieben von blanque

Donnerstag, 20 Dezember 2007 um 10:45

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Hitlers Teufel

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Das Schloss im Wald von Norman MailerKann man an den Teufel glauben, aber nicht an Gott? Ich könnte nicht an Gott glauben, wenn ich nicht auch an den Teufel glauben würde, aber ich könnte mir vorstellen, an etwas Übersinnliches, Böses zu glauben ohne an einen Gott zu glauben.

Norman Mailer schreibt in seinem Buch “Das Schloss im Wald” über Hitlers Geburt und Kindheit, seine Familie, und wie Teufel es schaffen, sein Leben in eine gewisse Richtung zu lenken. Ich las in einigen Rezensionen, dass es nicht richtig sei, dem Teufel die Schuld für Hitlers Taten zu geben. Und ich frage mich, warum nicht? Für so viele Dinge wird der Teufel verantwortlich gemacht, warum auch nicht für Hitlers “Verbrechen” indem seine Seele von klein auf gelenkt wurde. Eine Seele, die aus einst innigen und inzestiösen Liaisonen entstanden ist. Diese Verkümmerung, der Wahnsinn und das Talent zur Macht schlüpften aus der mütterlichen Vagina heraus und fanden des Teufels Gunst. Er fand in Hitler das passende Fundament für eiskalte Taten und kümmerte sich um ihn, indem er ihn verletzte und ihn vor Enttäuschungen stellte, bis sich ein Mann erbaut hatte, der Führer war – und ja, der Teufel hat sein Gebäude gut errichtet, denn man folgte dem Zniachterl und sah Gutes in seinen Gräueltaten,… bis Gott es stoppen konnte.

Mailer schreibt über unser Marionetten-Dasein, ein endloses Schachspiel zwischen Gott und dem Teufel; und wenn ein Bauer fällt so steht dieser manchmal für ein paar Millionen Menschen. Sieht man Norman Mailer selbst als Schachfigur an, so sah er sich in dem Buch als jemand, der eine erlebte Geschichte niederschreibt, obwohl er es nicht dürfte, weil der Oberteufel etwas dagegen haben könnte. Mailer starb kurz nach der Veröffentlichung seines Buches.

Mailer, Norman. Das Schloss im Wald. Langen/Müller, 2007. ISBN-13: 978-3784431048.

Geschrieben von blanque

Dienstag, 18 Dezember 2007 um 14:45